Nicht weil ich keine Träume mehr habe, sondern weil ich Platz machen wollte für die, die ich noch gar nicht kenne.
Eines habe ich in den letzten Jahren verstanden: It’s a never ending story. 😉
Ziele sind wunderbar. Sie halten dich dran. Sie geben dir den Antrieb, mutig zu sein und ins Handeln zu kommen. Ohne Ziele fehlt oft genau dieser Funke, dieser Grund, morgens aufzustehen und loszugehen. Ich liebe Ziele. Ich lebe für Visionen.
Und trotzdem habe ich mein Visionboard gelöscht. Ich wollte mich öffnen, für neue Möglichkeiten.
Nicht, weil ich jetzt in meinem Haus am See sitzen und alles beim Alten lassen will. Das ist eine romantische Vorstellung, und gleichzeitig weiß ich ganz genau: mir würde langweilig werden. 😉
Ich habe es gelöscht, weil ich mich öffnen wollte. Für neue Möglichkeiten. Für Geschenke, die das Leben mir längst hinlegt.
Denn ich habe mich beobachtet. Und gemerkt: Manche Ziele habe ich so klar, so verbissen verfolgt, dass ich die leichten, schönen Dinge übersehen habe, die direkt vor mir lagen. Ich bin nicht mit dem SUP auf den See hinausgepaddelt, obwohl er still und golden vor mir lag, weil ich gerade „an meinen Zielen dran war“. Manchmal übersehe ich sogar den Sonnenaufgang.
Und wie so oft im Leben geht es auch hier um Balance. Um die Balance zwischen Zukunft und Vision auf der einen Seite, und dem gegenwärtigen Moment auf der anderen.
Ein bewusster Atemzug. Ein Nachmittag frei, obwohl mitten in der Woche. Ein Buch, einfach so. Ein Kaffee, in Ruhe getrunken. Eine Wanderung, und zwar ohne neuen Streckenrekord. Ein Film, der nicht auf ein einziges meiner Ziele einzahlt.
Das ist doch das Leben.
Denn ohne dieses Leben werden wir irgendwann müde. Energielos. Und dann können wir all das, was wir uns aufgebaut haben, gar nicht mehr genießen.
Genau deshalb gehe ich jeden Tag in die Reflexion. Journaling gibt mir seit Jahren den Halt, den ich brauche, um die Welt mit voller Lebendigkeit zu erobern. Ich schreibe auf, wo ich hinwill. Ich frage mich, wie ich es schaffe. Ich bin dankbar für den Moment und für alles, was schon da ist. Und dann kommt die Königsdisziplin: Ich bin dankbar für mich.
Es ist so wichtig, dass es dich gibt. Vergiss das nicht.
Das möchte ich dir heute mitgeben: Glaub an dich. Vertrau auf deine Visionen. Geh deine Schritte, und bleib immer wieder mal bewusst stehen, um Energie zu tanken.
Mit Liebe, Miriam
Miriam Wechner ist Gründerin der Akademie für Lebendigkeit. Als Physiotherapeutin, Osteopathin und mit einer Ausbildung in klinischer Psycho-Neuro-Immunologie verbindet sie seit über 17 Jahren schulmedizinisch fundiertes Wissen mit ganzheitlicher Gesundheit. Sie ist Autorin der Regenbogenformel und wurde mit dem Ö3 Podcast Newcomer Award ausgezeichnet. In ihren Texten führt sie über Nervensystem, Hormone, Ernährung und Bewusstseinsarbeit zurück in die Lebendigkeit.

