Du machst Sport, isst wenig, und fühlst dich trotzdem aufgedunsen

Du machst Sport, isst wenig, und fühlst dich trotzdem aufgedunsen

Der Juli hat zwei Gesichter. Eins schaut auf den Bikini. Das andere will auf den Berg.

Mit dem Bike durch die Gegend fetzen, auf einen Gipfel kraxeln, schwimmen gehen, lange Waldspaziergänge machen, wir wollen bewegt sein, wir wollen lebendig sein. Und gleichzeitig wollen wir uns wohl fühlen in unserer Haut.

Irgendwo dazwischen steht eine Frau, die leise glaubt, sie müsse sich entscheiden: zwischen Power durch Nahrung und vollem Genuss auf der Alm, und lieber was Leichtes, damit sie nicht zunimmt.

Esst mehr. Vor allem wenn ihr euch bewegt.

Ich weiß, was gerade in dir vorgeht. „Aber dann nehme ich zu.“ Warte kurz. Komm mit mir mit.

Wenn du aktiv bist und dabei dauerhaft im Energiedefizit lebst, schaltet dein Körper in einen Schutzmodus. Nicht weil er kaputt ist. Sondern weil er intelligent ist. Er fängt an zu horten. Fett. Wasser. Beides.

Das ist der Grund, warum du dich aufgedunsen fühlst, obwohl du dich gerade wirklich abgemüht hast. Warum Cellulite erscheint, obwohl du dreimal die Woche schwitzt. Dein Körper glaubt, er ist in einer Hungersnot. Und er reagiert entsprechend.

Dein Körper hält fest, was er nicht bekommt.

Ich laufe Ultras zwischen 50 und 70 km, dieses Jahr hoffentlich auch mal 100. Das Wichtigste: Ein Körper, den du schlecht versorgst, arbeitet gegen dich. Nicht mit dir.

Drei Viertel deiner Energie in die ersten zwei Drittel des Tages

Morgens, mittags. Kohlenhydrate genau dann, wenn du in Bewegung bist. Abends etwas Leichteres, weil dein Körper das Timing spürt.

Was du brauchst: Kalorien. Kohlenhydrate. Genug davon. Und wenn du aktiv bist, brauchst du mehr, als dein Tracker ausrechnet.

Was passiert dann? Bessere Regeneration. Tieferer Schlaf. Stabilere Laune. Weniger Heißhunger. Und ein Körpergefühl, das sich wohler anfühlt, nicht weil du weniger gegessen hast, sondern weil du endlich genug gegessen hast.

Die Lebendige wohnt nicht im Defizit. Sie wohnt in deiner Kraft.

Beobachte, wie du isst. Wann du isst. Ob du dich unbewusst zurückhältst. Und wenn du im Zweifel bist, iss lieber etwas mehr als etwas weniger. Dein Körper, deine Hormone, deine gute Laune werden es dir danken.

Dein Impuls für diesen Monat

Beobachte drei Tage lang, wann und was du isst, ohne zu zählen, ohne zu bewerten. Versorgst du dich wirklich gut? Vor allem an den Tagen, an denen du dich bewegst? Und iss dann gerne, bewusst und mit Freude, etwas mehr, als du glaubst, dir erlauben zu dürfen.

Mit Liebe, Miriam

M
Über die AutorinMiriam Wechner

Miriam Wechner ist Gründerin der Akademie für Lebendigkeit. Als Physiotherapeutin, Osteopathin und mit einer Ausbildung in klinischer Psycho-Neuro-Immunologie verbindet sie seit über 17 Jahren schulmedizinisch fundiertes Wissen mit ganzheitlicher Gesundheit. Sie ist Autorin der Regenbogenformel und wurde mit dem Ö3 Podcast Newcomer Award ausgezeichnet. In ihren Texten führt sie über Nervensystem, Hormone, Ernährung und Bewusstseinsarbeit zurück in die Lebendigkeit.